Award
für nachhaltiges Bauen

Preisträger 2010 - 2019

2019

Kategorie: Einfamilienhaus

A-Z Architekten BDA, Wiesbaden - "Leimfreier Massivholzbau am Kurpark, Wiesbaden"

Auszug aus dem Juryprotokoll: Sehr selbstverständlich fügt sich das Wohnhaus in sein städtebauliches Umfeld ein, indem es die benachbarten historischen Kubaturen aufnimmt, diese aber mit einem dezidierten modernen Ausdruck transformiert. Dabei entstehen spannende Raumfolgen innerhalb der Wohnungen, die sich ineinander verschränken und damit jeder Wohneinheit Ausblick und Privatheit ermöglichen. Gleichzeitig erlaubt das Grundrisskonzept vielfältige weitere Nutzungsmöglichkeiten und sichert damit die Langlebigkeit der Nutzung. Das nachhaltige Materialkonzept, das zu CO2 neutralen Emissionen führt, wird auch in der Fassade sichtbar, die wie eine Hülle über das gesamte Haus gezogen wird. Energetisch geschickt werden Zugänge als klimatische Pufferzonen ausgearbeitet und das Massivholz der Konstruktion wurde leim- und chemiearm hergestellt. Die Jury fand die Kriterien der Nachhaltigkeit bei der Aufgabe eines Einfamilienhauses besonders vorbildlich umgesetzt, so daß dieser Arbeit die Auszeichnung in der Kategorie Einfamilienhäuser zugesprochen wurde.

 

Kategorie: Mehrfamilienhaus

Deimel Oelschläger Architekten Partnerschaft, Berlin - Newtonprojekt Haus 1, Berlin

Die Jury war beindruckt über die intensive Auseinandersetzung bei dieser scheinbar alltäglichen Bauaufgabe. Das Haus wird hier Energie erzeugendes Kraftwerk, indem die Module zur Erzeugung als Teil der Fassade ausgebildet werden, aber vorallem weil die innerräumliche Zonierung dem natürlichen Rhythmus der Tages- und Jahreszeiten entspricht und damit den energetischen Bedarf senkt und zusätzlich durch den Wintergarten eine klimatische Pufferzone ausgebildet wird. Die hochgedämmte Fassade wird vorgefertigt, die Wände und Decken werden in ihrer Massivität als Speicher aktiviert. Durch die klare Wichtung der technischen Notwendigkeiten wirken die Fassaden in ihrer Gestaltung zunächst spröde, führen in der städtebaulichen Gesamtansicht aber zu einem homogenen Ausdruck. Neben dem excellenten technischen Konzept der Nachhaltigkeit ist aber auch die soziale Komponente, das Bauen in Baugruppen und die generationsübergreifende Nutzung hervorzuheben, die letztlich dazu führte diesem Projekt den Preis in der Kategorie Mehrfamilienhäuser zu überreichen.

 

Kategorie: Öffentliche/Gewerbliche Gebäude

TriWiCon, Wiesbaden - RheinMain CongressCenter, Wiesbaden

Große Gebäude und Hallen bergen die Gefahr durch die vielfältigen Anforderungen im Planungs – und Bauprozess an Qualität zu verlieren. Umso beeindruckender empfand daher die Jury das Bauherr und Architekt hier ein Gebäude geschaffen haben, das sowohl ökologisch als auch architektonisch hervorragend dasteht und in seiner differenzierten Prägnanz die städtebauliche Nahtstelle gekonnt besetzt. Die Größe der Form wird geschickt durch die Kolonnaden aufgelöst und gegliedert, die Farbigkeit der Materialien ist ruhig und angemessen. Schon während des Wettbewerbes wurde ein sogenannter Pre-Cheque für die Zertifizierung, hier nach DGNB, durchgeführt und der einmal
eingeschlagene Weg konsequent weiterverfolgt. Schon zu Beginn wurden neben den – heute schon üblichen Energiekonzepten ein Wasserkonzept, Tageslichtstudien, Abfallkonzepte sowie auch ein Recycling- und Reinigungskonzept erstellt, so dass es nicht verwundert das am Ende des Bauens die Auszeichnung des DGNB in Diamant steht. Aber dieses „Durchkneten“ der Kriterien ist nicht die eigentliche Besonderheit, sondern das daraus auch eine hervorragende Gestaltung entstanden ist hat die Jury begeistert. Die Großzügigkeit der Räume, trotz oder gerade wegen des strengen architektonischen Rasters gibt den Nutzern einen hervorragenden Begegnungsraum und wurde daher mit dem ersten Preis bei öffentlichen Gebäuden ausgezeichnet.

 

Zusätzlich werden für besonders gelungene Gebäude, die nicht in den üblichen Kategorien bewertet werden konnten, Sonderpreise vergeben. Diese erhalten je 500,-€ als Preisgeld.

Sonderpreis Mehrfamilienhaus _ Hybrider Stadtbaustein

Planquadrat, Darmstadt - Mediathek, Ingelheim am Rhein

Sehr geschickt gelingt es den Verfassern zwei konträre Nutzungen – Wohnen und Öffentlichkeit – so zu verbinden, das für beide keine Nachteile entstehen. Die Erschließung der Bereiche erfolgt getrennt, und durch die Ausbildung des Atriums und der Loggien wird eine hohe Wohnqualität bei gleichzeitiger Privatheit innerhalb der Stadt hergestellt. Ein sehr urbanes und gelungenes Konzept, das damit nicht nur einen neuen Gebäudetypus schafft, sondern auch in seiner Haltung Mischnutzung zuzulassen einen gelungenen nachhaltigen auf Wandel ausgerichteten Städtebau darstellt. Das aus dem nachhaltigen Entwurfsansatz auch eine gestalterische Qualität generiert wurde zeigt sich auch sowohl in der innenräumlichen Gestaltung als auch in der Fassade. Die Materialien werden ressourcenschonend eingesetzt und in ihrer Farbigkeit und Textur, zusammen mit dem Spiel der Öffnungsproportionen zu einem spannenden Ausdruck in der Fassade. Das daneben auch viele weitere nachhaltige technische und ökologische Faktoren, u.a. PV-Anlage, BHKW, Lüftungsanlage, gestaltintegrierend eingebaut wurden, veranlasste die Jury diese Arbeit mit einem Sonderpreis – als besonders gelungenes hybrides Gebäude – auszuzeichnen.

Sonderpreis Öffentliche Gebäude _ Nachhaltige Produktionsstätte

Architekt Severain - Weingut Dreissigacker, Bechtheim

Aus Sicht der Jury verbindet das Gebäude geschickt die verschiedenen Anforderungen aus Funktion, Gestalt und Ökologie. Besonders hervorzuheben ist die landschaftliche Einbindung des Gebäudes, das sich damit wohltuend von den üblichen Gewerbehallen absetzt. Die Gärkeller nutzen das natürliche Erdklima, der Bodenaushub zu diesen Kellern wurde an Ort und Stelle auf den Feldern der Umgebung zurückgegeben, und das Hanggelände wird für eine schonende Vorklärung des Traubensaftes ohne Pumpen genutzt. Für die Wärmegewinnung und Kühlung wird gepresster Trester in Pelletform verwendet und die dann noch nötige Energie wird regenerativ mit einer PV Anlage erzeugt.
Tradierte Produktionsmethoden werden hier modern weitergenutzt und durch das architektonische Konzept unterstützt. Produktion, Gebäude und Produkt verbindet die gemeinsame Story - Nachhaltigkeit als gemeinsame Grundlage. Das war der Jury – da es eigentlich eine Produktionsstätte statt einem öffentlichen Gebäude ist- in seiner Qualität einen Sonderpreis wert.

 

2017


Kategorie: Einfamilienhaus

LANG + VOLKWEIN Architekten, Darmstadt - "energy+ home in Mühltahl"

Auszug aus dem Juryprotokoll: Dieses Projekt steht stellvertretend für eine Generation von Gebäuden aus den 70ziger Jahren, deren Substanz energetisch nachgerüstet werden muß, aber aufgrund der Substanz noch zu wertvoll ist, um abgebrochen zu werden. Durch die Vermeidung des Abbruches verringert sich der Aufwand von sogenannter grauer Energie, dem Einsatz von Energiemengen zur Herstellung von Gebäuden. In überzeugender Weise gelingt es den Verfassern mit geringen konstruktiven Ergänzungen und gezielten baulichen Öffnungen der Geschosse bis unter das Dach ein großzügiges, offenes Wohnhaus zu gestalten. Die Farb- und Materialwahl beschränkt sich dabei auf einige wenige, u.a. regionales Holz und Faserzementplatten, teilweise sogar wiederverwendet, aber alle recyclingfähig. Neben der sanierten wärmegedämmten Hülle, die zu einem geringen Endenergieverbrauch von 12,3KWh/m2a führt, leistet der Umbau auch den Nachweis, daß Sanierungen als Plusenergiehäuser möglich sind. Die auf dem Dach installierte PV-Anlage reicht in der Jahresbilanz aus, um den Energiebedarf des Gebäudes einschl. Nutzerstrom vollständig zu decken und zusätzlich elektrische Energie für ein Elektroauto mit ca. 20.000km Jahresleistung zu erzeugen. Die nachhaltigen Kriterien werden in allen Kategorien vorbildlich erfüllt, nicht zuletzt im Planungsprozess, der ausgehend von einer forschungsbasierten integralen Planung bis hin zum begleitenden Monitoring führte. Die hohe Qualität der Arbeit wird aber auch in der Selbstverständlichkeit sichtbar, mit der die vielfältige Gebäudetechnik gestalterischen Ausdruck findet. 

 

Kategorie: Mehrfamilienhaus

Architekturbüro ars tectandi, Bad Brückenau - "in-mit-aus der Natur"

Auszug aus dem Juryprotokoll: Ziel der Verfasserin des Gebäudes ist nach ihren Aussagen ein Min-Tech-Haus, das mit minimalen Technikeinsatz und aufgrund der Materialität und Ausführung nachhaltig ist. Mit Hilfe der Natur, so die Verfasserin soll das Gebäude „Erlebt-Erzeugt-Erfahren“ werden. Dies gelingt, indem konsequent bei der Ausführung des Gebäudes auf ein Material gesetzt wird. Die Wandkonstruktion besteht aus einem regionalem Massivholzprodukt, das in einem speziellen Verfahren luftdicht verkämmt wird und trotzdem diffusionsoffen bleibt. Damit wird nach Angaben der Verfasserin nicht nur eine leim- und metallfreie Konstruktion, sondern darüber hinaus auch eine folienfreie Konstruktion ermöglicht. Die Wandkonstruktion mit 0,19W/m2K führt zusammen mit…  zu einem Endenergiebedarf von 34 KW/ m2a. Anhand von Baustellenbilder werden überzeugend diese gesundheitlich unbedenklichen ideellen Vorgaben nachgewiesen, und zu einem disziplinierten Mehrfamilienhaus umgesetzt. Geschickt erhält jede der 4 Nutzeinheiten aus dem Gelände heraus einen eigenen Eingang, die Grundrisse sind präzise und geordnet gesetzt. Nicht ganz überzeugt der gestalterische Ausdruck des Gebäudes, bei dem sich die hochwertige und nachhaltige Konstruktion nicht mitteilt, sondern zu sehr auf gewohnte Sehweisen setzt.

 

Kategorie: Öffentliche / Gewerbliche Projekte

schneider+schumacher Architekten, Frankfurt - "Garten- und Umweltamt Frankfurt/Main"

Auszug aus dem Juryprotokoll: Der Neubau eines zentralen Verwaltungsgebäudes mit Werkstatt und Halle besticht durch seine Stringenz entlang der Frankfurter Bahngleise. Mit den gezielt eingesetzten architektonischen Mitteln wie Wiederholungen der Elemente sowie der gekurvten Fassade wird die 220m lange Fassade wirkungsvoll gegliedert. Die Treppenhäuser werden dabei als vertikale Räume erlebbar gestaltet. Bewußt eingesetzte Räumlichkeit läßt aus dieser Alltagsaufgabe „Büro“ Architektur entstehen. Durch die geschickte Nutzung der städtischen Restfläche entsteht neben dem Impuls für das benachbarte Viertel, ein in der Nutzung hybrides Gebäude, das die gegensätzlichen Anforderungen aus Werkstatt und Betriebshof sowie Büro und Konferenz bzw. Kantine miteinander vereint. Die im obersten Geschoß angesiedelte Kantine verlagert den öffentlichen Raum für die Mitarbeiter auf das Dach, mit seiner spektakulären Aussicht. Das Gebäude folgt im Großen und Ganzen den Regeln eines Passivhauses und setzt zur Ressourcenschonung und Kühlung integrierte Kühldecken und adiabate Verdunstungskühlung ein, das Regenwasser wird zum Waschen in der Maschinenhalle verwendet. Nicht zuletzt die Nutzung dauerhafter Materialien, ausreichender Fahrradstellplätze und der Einrichtung einer E-Tankstelle führte bei der Zertifizierung der DGNB zur Bewertung der Nachhaltigkeitskriterien mit über 80% und damit zur Plakette aus Platin, der höchsten Auszeichnung. So ist auf dieser Konversionsfläche in Frankfurt ein moderner nachhaltiger Stadtbaustein entstanden. 

 

Sonderpreis: Sanierung / Bauen im Bestand

Architekturbüros foundation 5+, Kassel - Gesamtschule in Melsungen

Auszug aus dem Juryprotokoll: Bei der Sanierung der Gesamtschule in Melsungen gelingt den Verfassern mit einem klugen Rückbau einzelner Gebäudeteile die Öffnung zur umgebenden Landschaft und damit die Wiederherstellung des ursprünglichen städtebaulichen Konzepts der Schule aus den 50ziger Jahren. Durch einen Erhalt und die Ertüchtigung vorhandener baulicher Strukturen und deren zeitgemäßer Weiterentwicklung entsteht eine überzeugende Sanierung, die sowohl den zusätzlichen Funktionen der Schule als auch dem geänderten schulischen Lernformen Rechnung trägt. Der ehemalige Zweibund der Klassenräume wird innerhalb eines sehr wirtschaftlichen Rahmens zu einer transparenten und abwechslungsreichen Lernlandschaft transformiert. Die Abbruchmaterialien werden vor Ort recycelt und als Schotter für den Unterbau weiterverwendet. Eine Hackschnitzelheizung sorgt gemeinsam mit einer PV-Anlage für die Energieerzeugung und dient, genauso wie die dezentrale Lüftung einem angemessenen zurückgenommenen Einsatz technischer Mittel. Hervorzuheben sind auch die vielfältigen Abstimmungen und Beteiligung der Lehrer, Eltern und Schülerschaft, die damit zu einer gelungenen Prozessqualität beitragen. Insgesamt stellt dieses Projekt einen sehr qualifizierten Beitrag dar, der gerade aus den Fesseln des Bestandes seine nachhaltigen, sozialen und räumlichen Qualitäten entwickelt.

 

2016

Kategorie: Mehrfamilienhaus (Sanierung)

o5 architekten bda, Frankfurt - Projekt „Effizienzhaus Plus im Altbau, Neu-Ulm“

Kategorie: Mehrfamilienhaus (Neubau)

Baufrösche Architekten und Stadtplaner GmbH, Kassel - „Wohnen an der Promenade“, einem Wohnungsbau in Passivhausbauweise in Heidelberg


Kategorie: Gewerbliche/Öffentliche Projekte

spa. schmidtplöcker (und werner sobek), Frankfurt - "Ganzheitliche Sanierung der Sparkasse Dieburg in Groß-Umstadt zum Passivhaus"

2015

Kategorie: Einfamilienhaus/Doppelhaus/Reihenhaus

b22 architekten + stadtplaner, Frankfurt - Projekt Effizienzhaus-Plus , Pro-Klima-Haus in Bad Homburg


Kategorie: Mehrfamilienhaus

Christoph Mäckler, Frankfurt - Neubau des fünfgeschossigen Wohnhauses mit 12 Wohnungen

Kategorie: Gewerbliche/Öffentliche Projekte

v-architekten, Köln - Erweiterung Gymnasium Oberursel

 

2014

Kategorie: Einfamilienhaus/Doppelhaus/Reihenhaus
ADOBE Architekten & Ingenieure GmbH, Erfurt - Passivhaus [plus] am Hang in Nordhausen


Kategorie: Mehrfamilienhaus

Baufrösche Architekten u. Stadtplaner GmbH, Kassel - Mutter-Kind-Haus in Frankfurt

Kategorie: Gewerbliche/Öffentliche Projekte

Freitag Hartmann Sinz Architetken, Berlin - Verwaltungsgebäude in Passivbauweise in Cölbe

2013

Platz 1: Voigt und Herzig, Darmstadt - Neubau "Emma-Grundschule" mit Einfeld-Sporthalle und Ganztagseinrichtungen in Seligenstadt

Platz 2: Angela Fritsch, Darmstadt - Internationale Schule Seeheim-Jugenheim

Platz 3: Schultze und Schulze, Kassel - Erweiterung Heinrich-Schütz-Schule Kassel

Sonderpreis: Earlybirds, Frankfurt/Main - Green Home 3.0

 

2012

Platz 1: Ramona Buxbaum, Darmstadt - Schule am Kiefernwäldchen

Platz 2: Baufrösche Architekten, Kassel - Grundschule, KITA, 2 Feld-Sporthalle

Platz 2: Marcus Schmitt, Frankfurt/Main - Ziehenschule

 

2011

Platz 1: B&V Braun Volleth Architekten, Frankfurt - Neubau des Betreuungszentrums für die Stiftung Waisenhaus

Platz 2: m3-baukunst, Darmstadt - Stöffel-Park Wandel eines Basaltabbaugebietes zur Kulturlandschaft

Platz 3: Schultze + Schulze Architekten BDA, Kassel - Schul- und Gemeinde-Bibliothek Lohfelden mit Schulverwaltung, Umweltlabor, Mensa

Platz 3: A-Z Architekten BDA, Wiesbaden - Freie Waldorfschule Wiesbaden

 

2010

Platz 1: opus Architekten, Darmstadt - opusHouse

Platz 2: Kissler + Effgen, Wiesbaden - Hörsaal Hochschule Sankt Georgen

Platz 3: Ohlmeier Architekten, Kassel - Neubau Bürogebäude Kassel